Mai 2016

 

Was ist Crowdfunding?

 

Der Begriff Crowdfunding setzt sich aus den beiden Worten "Crowd" und "Funding" zusammen. Die Crowd bezeichnet dabei eine kritische Masse beziehungsweise Anzahl von Personen, die eigene finanzielle Mittel bereitstellen. Das Wort Funding hingegen nimmt Bezug auf die Mittelverwendung. Die Summe der von den Anlegern bereitgestellten finanziellen Mittel wird verwendet, um ein bestimmtes vorher mehr oder weniger streng definiertes Projekt zu finanzieren. Die Personen der Crowd erhalten im Gegenzug für die Bereitstellung ihrer Mittel eine Gegenleistung, in der Regel Zahlungen, zum Beispiel in der Form von Zinsen oder einer anteiligen Beteiligung am Projekterfolg.

 

 

Crowdfunding am Beispiel einer Kreditvergabe

 

Derzeit existiert eine Reihe von Portalen, die darauf spezialisiert sind Kredite an Privatpersonen zu vermitteln, wobei die Kreditsumme wiederum von Privatpersonen aufgebracht wird ("P2P-Kredite"). In der Regel laufen diese Finanzierungen nach folgendem Schema ab: Ein potentieller Kreditnehmer definiert ein bestimmtes Projekt, das er gern umsetzen würde, zum Beispiel die Sanierung seines Hauses. Der Kreditnehmer legt dar, welche Summer er benötigt und in welchem Zeitraum der Kredit zurückgezahlt werden soll. Üblich sind weitere Angaben über beispielsweise den Beruf oder die generelle Vermögens- und Lebenssituation um potentiellen Kreditgebern einen Eindruck über die individuelle Bonität zu vermitteln. Die Prüfung und Klassifizierung der Bonität wird in der Regel durch die Kreditplattform vorgenommen. Anleger beziehungsweise Kreditgeber können diese Informationen einsehen und anhand derer entscheiden ob und wieviel Geld sie für dieses Kreditprojekt bereitstellen wollen. Zusätzlich zur Rückzahlung der bereitgestellten Summe erhalten die Anleger eine regelmäßige Zinszahlung (welche dementsprechend ihrer Rendite auf das bereitgestellte Kapital entspricht). Die Höhe der Zinszahlung richtet sich nach der Bonität des Kreditnehmers. Kreditprojekte mit niedrigerer Bonität werden höher verzinst (als Entschädigung für das höhere Risiko der Investition). Haben sich genügend Anleger gefunden, die bereit sind den Kredit zu finanzieren, kommt das Kreditprojekt zustande. Der Kreditnehmer bekommt seinen Kreditbetrag ausgezahlt, welchen er wie einen normalen Bankkredit tilgen muss zuzüglich der Zinsen, die an die Anleger ausgeschüttet werden und üblicherweise einer Provision für die Kreditplattform. Die Kreditgeber erhalten am Ende ihr bereitgestelltes Geld zurück und regelmäßige Zinszahlungen für die Überlassung des Geldes.

 

Das Ziel einer solchen Finanzierung soll die Herbeiführung einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten sein. Privatpersonen erhalten eine attraktive Alternative zu Geldanlage in Form der durchaus hohen Zinsen auf ihren Anlagebetrag und die Gegenseite (in diesem Fall ebenfalls Privatpersonen) bekommen einen Kredit zu Verwirklichung ihrer Projekte, der unabhängig von Banken ausgezahlt wird. Das heißt sie haben die Möglichkeit einen Kredit möglicherweise zu attraktiveren Konditionen abschließen zu können als es bei regulären Kreditinstituten möglich wäre oder überhaupt die Möglichkeit einen Kredit zu bekommen, falls eine Kreditvergabe beispielswiese durch die eigene Hausbank aus diversen Gründen verweigert wird.

 
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© Sascha Günnel

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