Fintech-Trend - Was ist Social Trading - Teil I

 

Social Trading boomt in Deutschland. Mittlerweile gibt es zahlreiche Fintech-Unternehmen, die durch den Einsatz von Technologie mit eigenen Social-Trading-Plattformen auf dem Markt vertreten sind. Aber was ist Social Trading eigentlich, wie funktioniert Social Trading in der Praxis und welche Anbieter kämpfen in Deutschland um Marktanteile? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

 

 

Bild: Sanja Gjenero, www.freeimages.com

 

 

Was ist Social Trading?

Ein zentraler Fixpunkt in der Fintech-Branche ist die "Crowd". Sei es beim Einsammeln von Geld um Projekte und Ideen zu finanzieren (Crowdfunding), dem gemeinsamen Geld anlegen (Crowdinvesting) oder dem gegenseitigen Überlassen und Leihen von Geld (Crowdlending) - die Crowd, also eine große Zahl von normalen Menschen, die gemeinsame Sache in Geldangelegenheiten machen, steht häufig im Mittelpunkt vieler Fintech-Themen und -ideen. Auch Social Trading zielt auf das Wissen, die Intelligenz und Beteiligung vieler ab. Aktivitäten wie der Wertpapierhandel oder die Geldanlage werden um die soziale Komponente ergänzt. Der Gedanke dahinter - die Erfahrung und Expertise der Masse geben dem Einzelnen Orientierung und machen ihn erfolgreicher. Wie das Prinzip des Social Trading umgesetzt wird, variiert dabei von Plattform zu Plattform. Auf die genaue Funktionsweise von Social Trading und dessen Ausgestaltungsmöglichkeiten gehen wir unten noch näher ein.

 

 

Seit wann gibt es Social Trading?

Fintech-Startups haben das Social Trading nicht per se erfunden. Der Grundgedanke, der dem ganzen Prinzip zugrunde liegt, ist nicht neu. Historisch gesehen, liegt es in der Natur des Menschen nach Orientierung (an anderen) zu suchen oder sich mit anderen Menschen zu messen. Das ist beim Thema Geldanlage und dem Handel mit Wertpapieren nicht anders. Die meisten von uns hatten schon in der Schule die Möglichkeit sich in Börsenplanspielen miteinander zu messen oder in Gruppen gemeinsame Anlagestrategien zu schmieden um beim alljährlichen Börsenspiel der lokalen Bank den ersten Platz zu ergattern. In Deutschland gibt es zahlreiche regionale Börsenvereine und -clubs - auch sie funktionieren grundsätzlich nach den Prinzipien des Social Trading. Man schließt sich mit anderen Aktien- und Finanzinteressierten zusammen, tauscht sich aus und bündelt im Anschluss die individuellen finanziellen Mittel um gemeinsam das Geld in zusammen ausgetüftelte Anlageideen zu stecken. Des Weiteren gibt es zahlreiche "Gurus" in der Finanzszene, Warren Buffett oder George Soros gehören wohl zu den bekanntesten und meistbeachtetsten Investoren unserer Zeit. Viele Privatanleger hängen an ihren Lippen und versuchen die Anlageentscheidungen und -methoden nachzuahmen und selbst zu persönlichem Reichtum zu gelangen.

 

Das Thema Social Trading ist also schon immer in der ein oder anderen Art und Weise präsent gewesen. Dass Social Trading weltweit boomt und sich immer größerer Beliebheit erfreut, kann man aber durchaus den zahlreichen Vertretern der Fintech-Branche zuschreiben. Fintech-Startups haben durch den Einsatz von Technologie neue Wege gefunden Social Trading für Jedermann erlebbar zu machen und durch die Einbeziehung der Crowd echte Alternative zur traditionellen Geldanlage zu ermöglichen. Social Trading Plattformen nutzen dafür häufig die Dynamik und Funktionsweise sozialer Medien als Katalysator für ihr Geschäft.

 

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Wie funktioniert Social Trading? Fintechs bringen frischen Wind ins "Copytrading"

Ein Begriff der häufig im Zusammenhang mit Social Trading steht und teilweise auch synonym verwendet wird, ist das sogenannte "Copytrading". Das heißt man versucht die Trades von anderen Personen nach um daraus einen eigenen Vorteil zu schlagen. In der Regel orientiert man sich dabei an erfolgreichen Investoren, die mit ihrem Track-Record in der Vergangenheit ein gutes Gespür bewiesen haben. An dieser Stelle soll noch einmal das Beispiel von Warren Buffett aufgegriffen werden. Er ist definitiv eine lebende Investmentlegende und hat mit seiner Investmentholding Berkshire Hathaway über Jahrzehnte systematisch besser abgeschnitten als der breite Markt. Viele Privatanleger versuchen von Buffetts Nase für die richtigen Aktien zu profitieren indem sie nachverfolgen welche Käufe oder Verkäufe er getätigt hat. Neben dem Verfolgen der Nachrichten geben vor allem die vierteljährlichen 13-F Dokumente der SEC Auskunft (in diesen Quartalsberichten müssen börsennotiert Gesellschaften wie Berkshire große Teile ihrer relevaten Investments offenlegen). Das Problem hierbei - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind die Daten häufig schon wieder veraltet, man kann also das Kopieren nur mit zeitlichen Verzug ausführen und allzu oft ist die Investmentgelegenheit schon vertan, schlimmer noch, Anleger steigen dann ein, wenn der richtige Zeitpunkt längst vorbei ist und müssen unter Umständen sogar Verluste realisieren.

 

An dieser Stelle setzen eigentlich viele Fintech-Unternehmen aus dem Bereich Social Trading wie zum Beispiel wikifolio an. Vollkommene Transparenz und vor allem Geschwindigkeit sind entscheidende Punkte, die heutige Social Trading-Plattformen wirklich innovativ und sinnvoll erscheinen lassen. In der Regel sind diese in irgendeiner Weise als Community unter einer gemeinsamen Benutzeroberfläche organisiert. Mitglieder können Musterportfolios anlegen und fiktives oder echtes Geld in Wertpapiere wie Aktien, aktive und passive Fonds, aber auch in Rohstoffe oder Zertifikate anlegen. All diese Trades können öffentlich eingesehen und in Echtzeit nachvollzogen werden. Dies macht das Handeln der Community-Mitglieder sehr transparent. Für gewöhnlich müssen Trader auch bestimmte Informationen über ihr Portfolio preisgeben, zum Beispiel welche Handelsstrategie verfolgt wird, welche Methoden in die Entscheidungsfindung einfließen und ob man eher einen kurz- oder langfristigen Planungshorizont verfolgt. Diese Informationen sind ebenfalls öffentlich, dadurch entsteht ein wichtiger Nebeneffekt - nämlich Kontolle. Andere Anleger können genau sehen ob der Trader getreu seiner vorher festgelegten Prinzipien handelt oder ob er seine Strategie mißachtet oder häufig wechselt. Das schafft Vertrauen in einen Trader, oder bewirkt eben genau das Gegenteil.

 

Technologisch sind Social Trading Plattformen in der Regel an das Handelssystem eines kooperieren Brokers angebunden (im Fall von wikifolio ist dies beispielsweise Lang & Schwarz). Das heißt Anleger können in der Regel in Echtzeit zu den aktuellen Kursen handeln. 

 

 

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Das lesen Sie in Teil zwei unseres Spezials zu Social Trading

Nachdem im ersten Teil unseres Trendreports erläutert wurde, was Social Trading eigentlich ist, wo es seine Ursprünge hat und wie Social Trading-Plattformen grundsätzlich aufgebaut sind, erfahren sie im zweiten Teil welche verschiedenen Ausgestaltungsmöglichekeiten es gibt, warum Social Trading mittlerweile zu einer echten Anlagealternative für Privatanleger geworden ist und welche die bekanntesten Social Trading-Anbieter auf dem deutschen Markt sind. Portraits mit Fakten und Hintergründen gibt es u.a. zu wikifolio, eToro, ayondo und ZuluTrade.

 

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© Sascha Günnel

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