The Second Machine Age

von den Autoren Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson

 

The Second Machine Age ist kein Fintech-Buch.

 

The Second Machine Age ist kein Fintech-Buch, warum haben wir dennoch ausgerechnet diese Veröffentlichung zum Start unserer Serie über Fintech-Bücher ausgewählt? Weil wir der Meinung sind, dass das Buch der beiden MIT-Wissenschaftler Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson hochgradig relevant ist, um das Ausmaß der derzeitigen Veränderungen im wirtschaftlichen Leben und unserer Gesellschaft im Allgemeinen verstehen zu können. Und Fintech-Startups sind vielleicht nicht der entscheidende, aber definitiv ein Teil und Treiber dieses Transformationsprozesses.

 

Die beiden Wissenschaftler McAfee und Brynjolfsson arbeiten zusammen am MIT Center for Digital Business und forschen zu den Themen Informationsökonomie und Informationstechnologie. Gemeinsam haben sie bereits das Buch "Race Against the Machine" veröffentlicht, dem Vorläufer zu The Second Machine Age, welches in Deutschland im Jahr 2015 erschienen ist und mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2015 ausgezeichnet wurde. 

 

 

IIn The Second Machine Age gehen die Autoren, ebenso wie im Vorgänger Race Against the Machine, der Frage nach welche Auswirkungen die Digitale Revolution auf die Wirtschaftswelt der Zukunft haben wird. Nach Auffassung von McAfee und Brynjolfsson wird sie Innovationen fördern und beschleunigen, die Produktivität der Wirtschaftsleistung erhöhen und die Art und Weise der Arbeitsorganisation unwiederbringlich verändern. In ihrem zweiten Werk stellen die Autoren die These auf, dass die Mechanismen und Möglichkeiten der Digitalisierung gerade erst anfangen wirklich zu greifen und ihre tiefgreifenden Potentiale, aber auch Bedrohungen, erst noch entfalten werden. Sie gehen so weit, dass sie behaupten, die Digitale Revolution wird unsere Wirtschaft und Gesellschaft mit einer gleichen, wenn nicht gar stärkeren Wucht treffen und verändern, wie es die Industrielle Revolution getan hat. Als Katalysator fungiert hierbei der exponentielle Fortschritt mit dem sich die heutigen Technologien weiterentwickeln.

 

In den ersten Kapiteln führen McAfee und Brynjolfsson eine große Anzahl von Beispielen anhand von Unternehmen an, die darlegen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bereits heute bietet und zu was die Technologie bereits heute fähig ist. Es wird die erstaunliche Entwicklung der Schachcomputer von den Anfängen bis zum Sieg von IBM´s Deep Blue gegen Weltmeister Garri Kasparow beschrieben. Es wird reflektiert, wie sich Watson, ebenfalls von IBM zum Jeopardy-Gewinner aufschwang und wie er heute für die Digitalisierung des medizinischen Wissens eingesetzt wird und in naher Zukunft vermutlich Ärzte unterstützen kann. Auch die selbstfahrenden Autos von Google oder der soziale Navigationsdienst Waze werden von den Autoren getestet und im Buch vorgestellt.

 

Die beiden Autoren weisen nach, dass tiefgreifende Änderungen, wie die Industrielle Revolution und vermutlich auch die neue Digitale Revolution eine gewisse Zeit benötigen, bis sich die Wirtschaft an die neuen Bedingungen angepasst hat und sich die tatsächlichen Produktivitätsschübe einstellen, die viele sich bereits von Beginn an erhoffen. Ein großer Teil des Buches widmet sich nicht nur den positiven Aspekten der Digitalen Revolution, sondern geht auch intensiv auf negative Folgen ein. Die Verteilung des Wohlstandes steht dabei im Mittelpunkt. Nach Auffassung der Autoren ist es sehr wahrscheinlich, dass das Gefälle innerhalb der Bevölkerung sich weiter vergrößern wird.

 

Die Organisation der Arbeit wird sich signifikant verändern. Kluge Maschinen und Roboter werden zu Dingen fähig sein und Arbeiten substituieren können, die man sich heute teilweise nur schwer vorstellen kann. Dabei betonen die beiden Autoren jedoch auch immer wieder die Unterschiede zwischen Menschen und Maschinen und dass Fortschritt und Veränderung am effektivsten im Einklang von Mensch und Maschine bewältigt werden kann.

 

McAfee und Brynjolfsson bringen eine Reihe von Herausforderungen und politischen Implikationen vor, die mit den Veränderungsprozessen einhergehen werden und zeigen mögliche Handlungsempfehlungen für die Politik auf. 

 

Die maßgebliche Komponente bei Fintechs ist das Nutzen von Technologie, um neuartige und effizientere Geschäftsmodelle in der Finanzindustrie zu entwickeln und bereitzustellen. Das ist per Definition das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu traditionellen Unternehmen und Methoden der Finanzbranche. Viele der in The Second Machine Age beschriebenen Komponenten der Digitalen Revolution spielen auch und gerade in der Fintech-Branche eine übergeordnete Rolle - Automatisierung, Effizienzsteigerungen, das Sammeln, Nutzen und Auswerten großer Datenmengen. Startups aus Insurtech, Crowdfunding, Blockchain oder anderen Segmenten der Fintech-Landschaft sind Teil der Digitalen Revolution und werden zusammen mit vielen weiteren Unternehmen aus einem Großteil existierender (oder entstehender) Branchen dazu beitragen, die Wirtschaft und Gesellschaft,wie wir sie kennen zu verändern und weiterzuentwickeln. 

 

Ein guter Grund dieses Buch als erstes in unsere Liste aufzunehmen, wie wir finden.

 

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© Sascha Günnel

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